Echtzeitvideoübertragung der Wartesituation an der Rheinfähre Linz-Kripp

Die Videoübertragung der nicht einsehbaren Wartespur vermittelt dem Fährpersonal mehr Transparenz über die Wartesituation. Durch eine Übertragung der Echtzeit-Videoaufnahmen auf Monitore beim Fährführer und im Aufenthaltsraum wird das Fährpersonal bei der Einweisung unterstützt, sodass große Fahrzeuge frühzeitig erkennbar, eine effiziente Einweisung der Fahrzeige und eine optimale Gewichtsverteilung erreicht werden.

Wartespur an der Fähre Linz Remagen

Luftbild des nicht einsehbaren Bereichs an der Fähre Linz Remagen

Beladene Fähre

Kontakt:
Christian Schlüter
christian.schlueter@linz.de
+49 (0) 15143875011

Die Rheinfähre stellt als verbindendes Element in der Mobilität der Region einen wichtigen Bestandteil der Strategie des Modellprojektes Smarte Region Linz dar. Im Rahmen der Strategiephase haben diverse Beteiligungsformate zur Bedarfsermittlung unter Einbezug der relevanten Akteure stattgefunden. Hieraus sind verschiedene Möglichkeiten zur Pilotierung von Maßnahmen entstanden, die den Informationsgewinn sowohl für die Nutzenden als auch das Fährpersonal erhöhen und somit die Wartesituation und Kundenzufriedenheit verbessern sollen. In weiteren Maßnahmen sollen zudem auch durch die intelligente Verknüpfung von Daten verbesserte Entscheidungsgrundlagen und Prognosemöglichkeiten geschaffen werden.

Als erste Maßnahme im Rahmen dieses Handlungsfeldes wird die Echtzeitvideoübertragung der Wartesituation der Rheinfähre Linz-Kripp umgesetzt.

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist der nördliche Wartebereich auf der Linzer Rheinseite (Fahrzeuge aus Fahrtrichtung Bonn) für das Fährpersonal nicht vollständig einsehbar. Dadurch ist es dem Schiffsführer und dem Einweisungspersonal nicht möglich abzuschätzen, wie viele Fahrzeuge warten und um welchen Fahrzeugtyp es sich handelt.

Um die Fähre besser auszulasten und das Gewicht optimal zu verteilen, kann nachträgliches Rangieren und Umparken von Fahrzeugen auf der Fähre erforderlich sein, was zu einem längeren Einschiffungsprozess sowie zu längeren Wartezeiten für die Nutzenden der Fähre führt. In Randzeiten (morgens und abends) fährt die Fähre nicht im direkten Pendelverkehr, sondern bedarfsorientiert und wartet einige Minuten bis Fahrzeuge kommen. In diesen Zeitfenster kommt es derzeit vor, dass nicht frühzeitig sichtbare Fahrzeuge unmittelbar nach Ablegen der Fähre eintreffen.

Die Videoübertragung der nicht einsehbaren Wartespur vermittelt dem Fährpersonal mehr Transparenz über die Wartesituation. Durch eine Übertragung der Echtzeit-Videoaufnahmen auf Monitore beim Fährführer und im Aufenthaltsraum wird das Fährpersonal bei der Einweisung unterstützt, sodass große Fahrzeuge frühzeitig erkennbar, eine effiziente Einweisung der Fahrzeige und eine optimale Gewichtsverteilung erreicht werden. Durch Vermeiden von Umrangieren wird eine Verbesserung des Prozesses erreicht und die Taktung der Fähre erhöht. In Randzeiten führt frühzeitiges Erkennen von „Nachzüglern“ zur Einsparung von Fahrten und Reduzierung von Emissionen.

Die Übertragung findet datenschutzkonform ohne die Erhebung von personenbezogenen Daten statt. Die Kamera dient hier als „verlängertes Auge“ des Fährführers. Es werden weder (personenbezogene) Daten gespeichert noch für irgendwelche anderen Zwecke verarbeitet oder genutzt. Zugriffsberechtigt sind hierfür ausschließlich das Fährpersonal (Einweisungspersonal und Schiffsführer) der Personen- und Autofähren "Linz-Remagen" und "St. Johannes". Ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten finden Sie hier.

Als Erstes wird der modellhafte Pilotbetrieb auf der Rheinfähre „Linz-Remagen“ durchgeführt. In einem nächsten Schritt wird der Betrieb evaluiert und hierfür insbesondere die Erfahrungen des Fährpersonals einbezogen. Bei erfolgreichem Verlauf ist angedacht auch auf der Fähre St. Johannes entsprechende Hardware anzubringen. Gleichzeitig soll das System, die Umsetzungen und Erfahrungen auch anderen Fährbetrieben außerhalb der Modellregion offen zur Verfügung gestellt werden.